Dr. Georg Pfau: Langzeitfolgen für männliches Selbstwertgefühl


Dr. Georg Pfau, Sexualmediziner

www.maennerarzt-linz.at Immer noch werden Millionen von gesunden Männern ihrer Vorhaut beraubt. Dieser Eingriff an gesunden jungen Männern im libidinös und narzistisch hoch besetzten Genitalbereich hat Langzeitfolgen für das männliche Selbstwertgefühl und für das männliche Rollenverhalten. Störungen sind eher psychosozial als im medizinisch, obwohl Studien belegen, dass das sexuelle Erleben von Männern nach einer Beschneidung gestört sein kann. Vor allem im Ausland werden Beschneidungen auch aus anderen nicht haltbaren Gründen durchgeführt; das am häufigsten missbrauchte Argument ist die „bessere Hygiene“ und die Verhinderung von Carcinomen des Penis.

Beschneidung darf nur bei anders nicht therapierbaren Erkrankungen erfolgen
Im Interesse einer seriösen Medizin ist es an der Zeit, umzudenken. Jede Therapie bedarf einer Indikation, die sich aus einer Diagnose ableitet. Die Entfernung der Vorhaut als präventive Massnahme zu verstehen, ist blanker Zynismus. Man entfernt ja auch nicht eine Niere um die Wahrscheinlichkeit für Nierenkrebs zu halbieren. Die Beschneidung des Mannes kann nur der letzte Ausweg sein für die Behandlung von anders nicht therapierbaren Erkrankungen. Das ist die einzige zulässige Indikation für die Entfernung der Vorhaut. Die Durchführung der Beschneidung fällt in den Wirkungsbereich des Arztes und unterliegt der im Ärztegesetz verankerten Sorgfaltspflicht.

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